Evolutionstheorie Charles Darwin zur Rassenhygiene

Grundlage des Sozialdarwinismus ist der Darwinismus, den Charles Darwin in seinem Werk „Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung begünstigter Rassen im Kampf ums Dasein“ Mitte des 19. Jahrhunderts erklärte. Darin begründet er die moderne Evolutionstheorie, nach der es in der Natur eine natürliche Auslese derer gebe, die aufgrund ihrer genetischen Beschaffenheit den Konkurrenzkampf mit anderen Rassen nicht überleben. Arten, die nicht stark genug sind, sterben also aus. Überlebensfähig sind nur die Rassen, die sich am besten der Natur anpassen und damit eine „ökologische Nische“ finden. Darwin beschrieb selbst stets die gesamte Umwelt und begründete hauptsächlich den Artenreichtum im Tierreich. Er selbst hat nie zur Vernichtung „lebensunwerte Lebens“ aufgerufen. Dennoch schien Darwins Theorie vielen deutschen Wissenschaftlern geeignet zu sein, auch innerhalb der menschlichen Rasse Selektionspflichten zu fordern. Sie bezogen die Theorie über die Natur auf die soziokulturelle Sphäre und sprachen fortan vom „Sozialdarwinismus“. Diesen Schritt geht 1868 erstmals der deutsche Zoologe Ernst Haeckel in seiner „Natürlichen Schöpfungsgeschichte“. In den Jahren danach wird aus seinen Gedankenspielen ein regelrechter Trend. 1893 postuliert der Selektionsideologe Alexander Tille, dass hässliche Menschen keine Ehre haben dürften und Wohltätigkeiten gegen Krüppel, Sieche und Geisteskranke schädlich seien. Nur zwei Jahre später prägt Alfred Ploetz den Begriff der „Rassenhygiene“ in seiner Fortpflanzungslehre „Die Tüchtigen unserer Rasse und der Schutz der Schwachen“. Darin heißt es: „Stellt es sich trotzdem heraus, dass das Neugeborene ein schwächliches und missratenes Kind ist, so wird ihm vom Ärzte-Kollegium, das über den Bürgerbrief der Gesellschaft entscheidet."